Was bedeutet eigentlich ... Metakommunikation?

Elizabeth Loehnert-Baldermann

Metakommunikation ist Kommunikation über die Kommunikation: Das Gespräch wird auf eine „höhere Ebene“ der Betrachtung verlagert, um auf diese Weise den Kommunikationsprozess zu reflektieren. Oft wird dafür auch die Metapher des Feldherrenhügels verwendet: Die Feldherren schauen aus einer „höheren Warte“ auf das Geschehen und verschaffen sich somit den Überblick des Geschehens.

Das Reden über das Reden – wie habe ich es gesagt und wie hat der andere es verstanden? – ist vor allem dann angesagt, wenn die Kommunikation gestört ist, wenn Missverständnisse entstehen und ein „vernünftiges“ Gespräch nicht mehr möglich erscheint.

Kommunikation ist ein einheitlicher Prozess

  • der Information,
  • der Mitteilung dieser Information und
  • des Verstehens der Information auf der anderen Seite.

Ist diese Einheit nicht gegeben, dann verliert die Kommunikation ihre Effektivität und Qualität. Dann macht es Sinn, in eine Metakommunikation zu gehen, in der über die „Art und Weise“ des miteinander Umgehens gesprochen wird. Dazu bedarf es natürlich der Bereitschaft beider Gesprächspartner - „Lass uns doch gemeinsam schauen, was da wohl schief gelaufen ist, was denn wie angekommen ist“- und der Disziplin, auf dieser Ebene auch zu bleiben und nicht wieder in das tiefe Tal zurückzurutschen!

Vor allem Gestik, Mimik, Stimme und Sprachführung teilen dem Empfänger mit, wie das Gesagte zu verstehen ist, was die Konnotation der Information ist. Sie bringen Ordnung, Sinn und Form in die Kommunikationsbeziehung.

 

Metakommunikation = Kommunikation über die Kommunikation als solche

Gedachtes, Gefühltes, Gewolltes und Getanes kann in der Metakommunikation thematisiert und auf die Akteure bezogen werden. Ein Gespräch auf der Metaebene beinhaltet Reflexion und Rekursion über das Geschehen. Beides sind wesentliche Formen der Verhaltenssteuerung und bilden die Grundlage für die Analyse menschlicher Kommunikation.

Erfolgreiche Kommunikation bedarf immer wieder der Verständigung der Gesprächspartner darüber, was denn die „Spielregeln“ im Gespräch sind und was der Kommunikationszusammenhang ist. Oft tun wir dieses auch unbewusst: „Ich will Ihnen nicht zu nahe treten, …“ „Nehmen Sie das bitte nicht persönlich…“ „Aus meiner Sicht als Betroffener, …“. Solche Aussagen geben dem Partner einen Deutungsrahmen, um das Gesagte richtig zu verstehen.

Unzählige Auseinandersetzungen und Missverständnisse könnten vermieden werden, wenn dieses

Wundermittel

öfters eingesetzt werden würde: Ein Gespräch auf der Metaebene bietet die Chance einer rechtzeitigen Klärung –

was habe ich vor, in welcher Rolle bin ich, warum ist mir was wichtig

- und einer zielorientierten Diskussion –

wohin steuere ich, was bezwecken wir, warum gehen wir diesen Weg.