12 todsichere Tipps für einen miserablen Coach

Dr. Stefan Hölscher
  1. Statt mit dem anderen auf eine gemeinsame Entdeckungsreise zu gehen, glauben, zu wissen, wie es ist, wie es sein sollte und was der andere auf jeden Fall tun und lassen sollte!
  2. Statt ernsthaft nachzufragen, den anderen mit Statements, eigenen Erfahrungen und guten Ratschlägen bombardieren!
  3. Statt den anderen als Person und Kollegen/Mitarbeiter/Chef etc. ernst zu nehmen und wertzuschätzen, ihn für arm, klein, dumm, bemitleidenswert, arrogant, neurotisch, unreif oder verrückt halten!
  4. Statt auf Fähigkeiten und Ressourcen zu bauen, Fehler, Schwächen und Defizite konsequent ins Zentrum rücken!
  5. Statt auf zugrundeliegende Annahmen, Haltungen und Werte zu schauen, möglichst ohne zu zögern zu Maßnahmen springen!
  6. Statt auftauchende Gefühle anzusprechen und zu nutzen, sie ‘elegant’ umschiffen um auf jeden Fall ‘sachlich zu bleiben’!
  7. Statt dem anderen ein ehrliches und vielleicht partiell auch unangenehmes Feedback zu geben, seine Welt, sein Tun und Trachten so schön wie möglich reden!
  8. Statt wohlwollende Neutralität gegenüber allen Beteiligten aufzubringen, sich mit dem Gecoachten verbünden und seine Sichtweisen 1:1 übernehmen!
  9. Statt andere relevante Perspektiven ins Spiel zu bringen, sich auf die Suche nach dem Guten/Richtigen/einzig Wahren kaprizieren oder noch besser: schon gleich ‘wissen’, wie es ist!
  10. Statt Wechselwirkungen von Verhaltensweisen zu beleuchten, Schwarz-Weiß- und Täter-Opfer-Schemata zelebrieren!
  11. Statt den gemeinsamen Coachingprozess miteinander zu reflektieren und gegebenenfalls zu modifizieren, eine einmal eingeschlagene Strategie unbeirrbar durchziehen!
  12. Statt in konkretes Handeln zu münden, nett miteinander plaudern!