Metrion-Führungssteckbrief

Dr. Werner Wolf

Dr. Werner Wolf ist Geschäftsführer der Intersnack Knabbergebäck GmbH & Co. KG.

Was ist für Sie der größte Lust-, was der größte Unlustfaktor in Ihrer Arbeit?
Ich würde die Begriffe Lust/Unlust im Zusammenhang mit meiner Arbeit nicht verwenden. Was mich seit jeher motiviert hat ist das Erreichen von Zielen, die man sich gesteckt hat. Demotivierend erlebe ich unnötige Zeit- und Mittelverschwendung sowohl aus internen wie externen Gründen.

Was sehen Sie als Ihre wichtigste Führungsaufgabe an?
Die Entwicklung einer Vision, die Festlegung des Weges und der Mittel (Strategie) zum Erreichen des Zieles und die Auswahl der Führungskräfte sowie deren Motivation und Hilfe bei Schwierigkeiten.

Welche Führungsvorbilder haben Sie geprägt und was hat sie an diesen Menschen besonders beeindruckt?
Es gab keine spezifischen Vorbilder. Ich habe versucht, von älteren und erfahrenen Kollegen und Vorgesetzten möglichst viel zu lernen.

Was war für Sie die wichtigste Lernerfahrung als Führungskraft?
Das Begreifen von Veränderungsprozessen und die zeitliche Dimension solcher Prozesse empfand ich als wichtig.

Von welchem Buch / welchem Autor haben Sie die interessantesten Impulse für Ihre Arbeit als Führungskraft bekommen?
. / .

Wenn coachen bedeutet, jemandem in schwierigen Situationen durch Zuhören, Fragen, Anregungen etc. substantielle Unterstützung zur Findung eigener Lösungen zu geben, wen würden Sie dann als Ihren Coach / Ihre Coaches bezeichnen?
Im Wesentlichen wird diese Aufgabe von meiner Frau wahrgenommen.

Welchen guten Tipp würden Sie jungen Führungskräften gern mit auf den Weg geben?
Ich denke, Offenheit, Flexibilität, Einsatzbereitschaft, aber vor allen Dingen Lernbereitschaft sind wesentliche Elemente, die für eine Karriere förderlich sind. Gute theoretische Grundlagen setze ich voraus, weil sie heute in den meisten Fällen gegeben sind.

Was halten Sie von Freuds These, dass Arbeit sublimierte Sexualität ist?
Schon vor 30 Jahren wurde die fehlende wissenschaftliche Grundlage von Freuds Thesen nachgewiesen. Insofern halte ich auch diese These schlichtweg für unsinnig.

Was sind für Sie die drei wichtigsten Dinge, die Sie tun, wenn Sie nicht Ihrer Arbeit nachgehen?
Meine Familie, Lesen und Sport.

Wenn Sie nicht Sie selbst wären: wer würden Sie gern sein, wer wären Sie gern gewesen?
Ich bin ganz gern ich selbst.

Worin sehen Sie typischerweise den größten Unterschied im praktizierten Führungsverhalten auf den unteren und den obersten Managementebenen?
Die oberste Managementebene erfordert zwangsläufig einen anderen Blickwinkel für viele Dinge, da immer der Gesamtkontext eines Unternehmens zu bewerten ist. Auf der unteren Managementebene geht es in der Regel um das Erreichen konkreter, eng gesteckter Ziele.

Worauf glauben Sie, sollten Spitzenmanager heutzutage und hierzulande mehr achten?
Ich denke, dass Demut und Bescheidenheit Tugenden sind, denen heutzutage zu wenig Beachtung geschenkt wird. Die Unternehmer, von denen ich geprägt wurde, haben mich durch diese Tugenden nachhaltig beeindruckt.

Was denken Sie, kennzeichnet das gelebte Führungsverhalten in Ihrer Organisation (positiv und negativ) in besonderer Weise?
Wir haben die tiefe Überzeugung, dass unsere Mitarbeiter die Basis unseres Erfolges sind und in besonderer Weise achten wir die Persönlichkeit jedes einzelnen Mitarbeiters. Dies prägt den Umgang miteinander.

Welche Organisation würden Sie gern mal – zumindest zeitweise – näher von innen erleben?
Ich bin glücklich in meiner derzeitigen Organisation.

Worauf wird es zum Thema Führung nach Ihrer Einschätzung in Zukunft besonders ankommen?
Ich glaube nicht, dass sich die grundlegenden Themen ändern werden. Die Menschen werden auch in Zukunft gerne verstehen wollen, wo die Gesamtorganisation hin will. Sie wollen Transparenz, Entwicklungsmöglichkeiten und ein gutes Klima an ihrem Arbeitsplatz. Dies zu gewährleisten ist die wichtigste Führungsaufgabe.